Brand Search und KI-Performance: Was Ihre Marken-Suchanfragen über Ihre KI-Sichtbarkeit verraten
„Wie viele Anfragen bringt uns eigentlich ChatGPT?“ Diese Frage hören wir von Kunden derzeit fast wöchentlich. Die ehrliche Antwort: Genau lässt sich das im Herbst 2026 nicht sagen. Manche KI-Assistenten kennzeichnen ihre Links, andere nicht, und viele Empfehlungen kommen ganz ohne Link aus. Bei der Suche nach einer belastbaren Kennzahl ist uns ein Wert aufgefallen, den fast jedes Unternehmen längst im Zugriff hat: die Brand Search – die Suchanfragen nach dem eigenen Markennamen bei Google.
Die Conversion-Messung scheitert schon an der ersten Stufe: Der Besuch wird nicht als KI-Besuch erkannt. Dafür gibt es vier Gründe.
Selbst die Gegenseite ist unzuverlässig: In unseren Logfiles waren 44 % der Anfragen, die sich als KI-Bot ausgaben, gar nicht echt. Die Details stehen in unserem Praxistest zur llms.txt.
Wie groß die Lücke ist, zeigen die Logfiles von www.seotrust.de für die Zeit vom 31. August bis zum 12. Oktober 2026. Unseren Beitrag zu den AI Overviews in Deutschland hat ChatGPT in diesen sechs Wochen 191-mal abgerufen, um eine Nutzerfrage zu beantworten. Als Klick aus ChatGPT erkennbar waren auf derselben Seite 16 Aufrufe.
Über die gesamte Website zählten wir 41 Seitenaufrufe mit ChatGPT-Kennung. 40 davon kamen ohne Referrer an – ohne den Parameter in der Adresse wären sie als Direktzugriffe verbucht worden. Von Claude kam ein erkennbarer Besuch, von Perplexity, Gemini und Copilot keiner.
Zwei Einschränkungen gehören dazu: Nicht jeder Abruf steht für einen interessierten Menschen, denn auch Monitoring-Tools stellen Fragen an ChatGPT. Und ein einzelner Server ist keine Studie. Die Größenordnung ist trotzdem deutlich: Die KI liest weit häufiger mit, als die Webanalyse Besuche ausweist.
Was passiert mit den Empfehlungen, die nicht als Klick ankommen? Ein großer Teil nimmt den Umweg über Google. Der Nutzer liest in der KI-Antwort einen Namen, wechselt in den Browser und sucht danach.
Similarweb hat dieses Verhalten im Juni 2026 mit Paneldaten untersucht. Wer von ChatGPT eine Marke empfohlen bekam, besuchte deren Website in den folgenden sieben Tagen mit 2,5-fach höherer Wahrscheinlichkeit. 55,9 % dieser Besuche kamen über die Suche und nicht über einen Klick in der KI (Similarweb: The Downstream Impact of AI Visibility).
Die Studie beschränkt sich auf Desktop-Nutzer in den USA und auf große Verbrauchermarken aus drei Branchen. Auf einen deutschen B2B-Anbieter lässt sie sich nicht eins zu eins übertragen, die Richtung ist aber eindeutig. In der Webanalyse erscheint ein solcher Besuch als Google-Traffic oder als Direktzugriff. Die KI, die ihn ausgelöst hat, taucht nirgends auf.
Daraus folgt unsere Arbeitsthese für das vierte Quartal 2026: Solange KI-Klicks nicht sauber messbar sind, ist die Brand Search der beste verfügbare Näherungswert für die Wirkung Ihrer KI-Sichtbarkeit. Wer in KI-Antworten häufiger genannt wird, sollte das an steigenden Marken-Impressionen in der Google Search Console sehen.
Umgekehrt gilt: Sinken die Suchanfragen nach Ihrer Marke über mehrere Monate, ist das ein Warnsignal. Entweder wird Ihre Marke in KI-Antworten zu selten genannt, oder die Nennung bleibt nicht hängen. Drei Regeln helfen bei der Auswertung:
Ein Rückgang der Brand Search bedeutet nicht automatisch, dass Ihre KI-Performance schlecht ist. Ein Teil der Marken-Suchanfragen wandert selbst in die KI. Wer früher „Firma X Erfahrungen“ oder „Firma X seriös“ gegoogelt hat, stellt diese Frage heute oft direkt an ChatGPT oder liest die Antwort in Googles KI-Übersicht.
Ein fiktives Rechenbeispiel zeigt den Effekt. Die Suchanfragen nach dem reinen Markennamen steigen im Vorjahresvergleich um 10 % – ein gutes Zeichen. Die Kombinationen mit „Erfahrungen“ und „seriös“ brechen dagegen um 42 und 50 % ein. In der Summe steht ein Minus von 2,5 %. Wer nur die Gesamtzahl betrachtet, sieht eine schwächelnde Marke. Tatsächlich wächst das Interesse, nur die Prüffragen werden woanders gestellt.
Deshalb gehört zur Kennzahl immer die Zerlegung: die reine Suche nach dem Markennamen auf der einen Seite, Marke plus Zusatz auf der anderen.
Die Analyse dauert etwa eine Viertelstunde und braucht kein zusätzliches Tool.
marke.*(erfahrung|bewertung|seriös|test|kritik|kosten|preis|alternative). Ersetzen Sie „marke“ durch Ihren Namen samt gängiger Schreibweisen, alles in Kleinbuchstaben.^(marke|marke gmbh|marke\.de)$. Er trifft nur Suchanfragen, die aus dem Namen allein bestehen.Bei kleinen Marken schwanken die Werte stark. Vergrößern Sie dann den Zeitraum auf sechs oder zwölf Monate.
Legen Sie die reine Brand Search neben Ihre KI-Sichtbarkeit, also die Häufigkeit, mit der Ihre Marke in KI-Antworten genannt wird. Es ergeben sich vier Fälle:
Sinken nur die Prüffragen mit „Erfahrungen“ oder „seriös“, während die reine Brand Search hält, ist das kein Alarmzeichen. Dann lohnt ein Blick darauf, was die KI auf diese Fragen über Sie antwortet.
Die Brand Search ist ein Näherungswert, kein Beweis. Belastbar wird das Bild erst mit weiteren Messpunkten:
Wie Sie diese Werte in ein Berichtswesen überführen, beschreibt unser Beitrag zu SEO-Reporting und KPIs.
Solange Links aus KI-Antworten nicht zuverlässig gesetzt und nicht zuverlässig gekennzeichnet werden, führt der Weg vom Chatfenster zu Ihrer Website häufig über die Google-Suche nach Ihrem Namen. Die Brand Search gehört deshalb in jedes Reporting zur KI-Sichtbarkeit – zerlegt in reine Marken-Suchanfragen und Prüffragen und immer im Vorjahresvergleich gelesen.
Als SEO- und KI-Agentur werten wir diese Zahlen für Sie aus und zeigen, wo Ihre Generative Engine Optimization ansetzen sollte.
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