barrierefreie Website optimieren

Barrierefreiheit ist immer verbunden mit einem Gewinn für alle. Dies gilt auch für Internetseiten. Mit einer barrierefrei gestalteten Webseite werden Ihre Inhalte für Besucherinnen und Besucher zugänglich, bei denen persönliche oder technische Handicaps bestehen. Das heißt konkret: Barrierefrei gestaltete Websites lassen sich von allen Menschen lesen und verstehen. Sie ermöglichen zudem, dass Interaktionen zu Ihren Angeboten ohne Hindernis stattfinden können. 

Was sind die Anforderungen für ein barrierefreies Internet?

Das entscheidende Kriterium für ein barrierefreies Internetangebot ist zunächst einmal der uneingeschränkte Zugang zu ihm. Es dürfen keine weiteren Installationen erforderlich sein oder technische Hindernisse bestehen. Dies gilt allgemein für alle Nutzerinnen und Nutzer und betrifft, wie oft irrtümlich angenommen, nicht nur Webseiten-Besucher mit einer physischen und/oder psychischen Beeinträchtigung. Barrierefreie Websites erfüllen zunächst also den Anspruch, dass ihr gesamter Inhalt problemlos zu lesen ist und Interaktionen ohne Hindernisse ablaufen können. Für Sie als Betreiber geht es darum, alle möglichen Einschränkungen im Vorhinein zu beseitigen. Für Sehende muss Ihr Internetangebot alle Ansprüche an die Optik erfüllen. Aber auch sehbehinderte Menschen, die eventuell auf assistive Hilfsmittel angewiesen sind, müssen Ihre Website erfassen können. 

Das können mögliche Barrieren bei Ihrem Webangebot sein.

Der Paragraf 3 des Deutschen Behindertengesetzes (BGG) definiert als Barrieren technische, körperliche, geistige und seelische Einschränkungen sowie Beeinträchtigungen temporärer Art. Wenn Sie Websites barrierefrei optimieren und gestalten möchten, sollten Sie folgende potenzielle Hindernisse im Blick haben:

  • Ist der Content (Inhalt) Ihres Internetangebotes für die Ausgabe über assistive Hilfsmittel geeignet? 
  • Ist der Inhalt für Menschen mit Einschränkungen beim Sehen und Hören erfassbar?
  • Können auch Besucher mit physischen Handicaps auf Ihrer Website interagieren?

Die weltweiten Standards zur Programmierung barrierefreier Internetseiten finden Sie in den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des World Wide Web Consortiums (W3C). Sie sind für Web-Developer, Redakteure und alle, die an der Entwicklung barrierefreier Seiten beteiligt sind, nicht rechtlich bindend. Sie dienen vielmehr als Vorlage auf nationaler Ebene wie den Bestimmungen der Barrierefreiheit Informationstechnik-Verordnung (BITV) in Deutschland. Dieser Verordnung müssen alle staatlichen öffentlichen Internetangebote durch das Deutsche Behindertengesetz genügen. Für Sie als Betreiber einer kommerziellen Webseite sind die WCAG jedoch eine nützliche Orientierungshilfe, mit der Sie sich neue Nutzer- und damit Kundenkreise erschließen können. 

Barrierefreie Websites optimieren und gestalten: Das sollten Sie beachten.

Hier fassen wir für Sie im Überblick zusammen, was bei einer Optimierung zu einem barrierefreien Internetangebot gemäß den internationalen Richtlinien erforderlich ist.

  • Inhalt, Struktur und Design müssen strikt getrennt sein. Nur so lassen sich Aktualisierungen fortlaufend ohne Aufwand durchführen.
  • Problemlose Vergrößerung von Schriften über den Browser. Dies betrifft die Skalierbarkeit der Inhalte. In em- oder Prozent-Angaben ist die Maßeinheit für Schriften, Bereiche und Abstände anzugeben. Auch bei einer Vergrößerung von 200 Prozent sollte der Content noch gut zu lesen und zu erkennen sein. 
  • Responsivität ist notwendig, damit Ihre Webseiten auf allen Endgeräten gut lesbar sind. Hierzu legt man eine klare Struktur für alle Seiten an und setzt die Überschriften h1 bis h6 stets korrekt ein. Das heißt: Es gibt nur eine H1-Hauptüberschrift und anschließend eine H2-Headline. Erst dann können weiter H2 und danach H3-Zeilen genutzt werden.
  • Konsequent HTML-Grundbegriffe verwenden, auch wenn Sie individuelle Styles mit style-Angaben einbinden
  • Leicht verständliche Navigation: Alle Besucher Ihrer Webseiten sollten sich intuitiv in Ihrem Internetangebot zurechtfinden. Denken Sie an Menschen, die nicht in der Lage sind, eine Computermaus zu bedienen. Sie benötigen ein Navigieren über die Tastatur.
  • Sprache: Ein Vorleseprogramm erkennt Hochdeutsch am besten. Wer einen bestimmten Ton wie etwa in der Jugendsprache anschlägt, sollte ein Glossar mit Erklärungen anlegen. Ihre Webseiten werden für viele Menschen barrierefrei, wenn Sie Ihre Botschaft mit einfachem Satzbau und ohne Fremdworte über kurze und verständliche Sätze vermitteln.
  • Abkürzungen und Akronyme sind mit dem dafür vorgesehenen HTML-Element zu versehen.
  • Metadaten nicht vergessen: Sind Title-Tags und Meta-Description korrekt befüllt, schaffen sie Auffindbarkeit und Orientierung.
  • Bildbeschreibungen, alt-Attribute und Links: Nur wenn Bilder und Formulare mit Textalternativen versehen sind, können Vorleseanwendungen für die Sprachausgabe Ihrer Inhalte funktionieren. Setzen Sie bei Links daher auch unbedingt das title-Attribut, damit Sie Ihre Webseite barrierefrei gestalten.

Navigation und Accessibility sind entscheidend für Ihre barrierefreie Website.

Erst bestimmte Hilfsmittel machen bei manchen Handicaps die Nutzung des Internets möglich. Für blinde und sehbeeinträchtige Menschen steht hier an erster Stelle ein Screenreader. Dies ist ein Ausgabegerät, mit dem sich alle Inhalte, Grafiken und Texte über einen Lautsprecher oder Kopfhörer vorlesen sowie Kontaktformulare ausfüllen und Links erkennen lassen. Voraussetzung für all dies ist jedoch: Ihr Internetauftritt muss so programmiert sein, dass der Screenreader die Seitenstruktur und Navigation Ihrer Website erkennen kann. Formulare und Links müssen dazu zwingend richtig angelegt werden. Dabei bestimmen verschiedene HTML-oder JavaScript-Einstellungen die Navigation durch die barrierefreie Website. Das HTML-Attribut „tabindex“ im Quelltext einer Internetseite sorgt für die gewünschte Reihenfolge von Links und Steuerelementen. Experten raten mittlerweile davon ab, den tabindex zu verwenden. Dies erzeugt oft Fehler und Google bewertet diese Lösung negativ. 

Accessible Rich Internet (ARIA): Tools für barrierefreie Internetseiten

Von Bedeutung vor allem im Hinblick der Nutzung von Screenreader ist das Snippet „Accessible Rich Internet (ARIA)“. Vor allem das WAI-ARIA ist ein Webstandard des W3C, mit dem Webentwickler Websites barrierefrei optimieren und gestalten können. Mit ihm lassen sich Webinhalte und Web-Applikationen für Menschen mit Beeinträchtigungen oder anderen Handicaps uneingeschränkt zugänglich machen. Wer ein ARIA-Element nutz, kann Navigations-Landmarken und JavaScript-Widgets ergänzen und barrierefrei Live-Content-Aktualisierungen vornehmen. Die meisten Browser und Screenreader haben ARIA bereits implementiert. ARIA hilft Ihnen immer dort, wo das HTML nicht über die notwendige Semantik für die Accessibility verfügt. Bitte beachten Sie jedoch, dass ARIA nur eine Ergänzungstechnik ist. Sie sollten die Semantik des HTML niemals umdefinieren.

Seotrust: Ihr Partner für die Gestaltung und Optimierung barrierefreier Websites

Ihre Website in ein barrierefreies Internetangebot zu verwandeln, ist ein Projekt, das Sie nicht unterschätzen sollten. Sie müssen dazu in punkto Programmierung diverse Standards kennen und souverän anwenden können. Sind Inhalt, Struktur und Design Ihrer Website klar voneinander getrennt, haben Sie schon einmal die Grundlagen gelegt. Nun können Sie mithilfe von speziellen Tests wie zum Beispiel Lighthouse Audit oder BIVT-Test herausfinden, an welchen Stellen Ihre Website noch zu verbessern ist. Bei Seotrust finden Sie Experten, die Ihnen mit ausgewiesenem Knowhow barrierefreie Websites optimieren und gestalten. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

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